Linguist aka Blogbuster...

Samstag, Juni 24, 2006

3:1 und endlich Samstag...

Endlich Samstag, was für ein Tag, blauer Himmel, Sonnenschein und nach wie vor schmerzfreie Beine ! Heute kam ich, wie bereits angetönt, in den Genuss des 2.Teil meiner Geburtstagsüberraschung. Nach einer angenehmen, beinahe verkehrsfreien Auto(bahn)fahrt, trafen wir gegen 8.40 Uhr in Rubigen (bei Bern) ein. Ausgestattet mit unseren Reitutensilien machten wir uns, nach dem wir parkiert haben, Richtung Stallungen auf den Weg. "Hoffe, dass sich mein (vor allem für meine Beine) hartes Training nun auszahlt"; dachte ich und wurde in meinen Gedanken sogleich durch die herzliche Begrüssung von Bernardo und Stefan unterbrochen. Falls Ihr es noch nicht erratet habt, wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt im Hunzikerpark auf der Anlage des Polo Bern und durften ein Polotraining mit dem argentinischen Polotrainer Bernardo Podesta absolvieren.
Bevor meine reiterischen Fähigkeiten und mein Gleichgewichtssinn geprüft wurden, unterrichtet uns Stefan (Initiator des Polo Bern) über den Ursprung, Tradition, Regeln, Ausrüstung, Pferde des Polosports. [Anm: Der Polosport fasziniert mich schon seit Jahren. Die Dynamik, das Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd, die Präzision, die Geschwindigkeit um nur einige Eigenschaften zu erwähnen, finde ich einzigartig. Umso mehr freute ich mich über diese wahrhaftig gelungene Überraschung]. Zurück zu Stefan und Bernardo, welche uns nach dem Abschluss des theoretischen Teils durch den Stall zu den Pferden führten. Die speziell in Argentinien gezüchteten Polopferde (Rasse > Criollo) gelten als sehr gutmütig und haben einen kurzen, tiefen Körperbau mit einer guten Rippenwölbung. Bevor wir aber ein solches Pferd satteln durften, trainierten wir die verschiedenen Schlagarten auf einer Eisenkonstruktion, welche die ungefähre Form eines Pferderückens darstellte. Es ist gar nicht so einfach, nach einem Schlag (mit Körpervorlage) das Gleichgewicht zu behalten, geschweige den Ball (130 Gramm / Durchmesser 7-8 cm) optimal zu treffen. Schlussendlich all diese Anforderungen auf einem echten Pferd zu praktizieren....mein lieber Herr Gesangsverein !
Nach diesen ersten Spielversuchen auf dem Blechpferd unter Anleitung von Bernardo bestiegen wir die "Criollos", ergriffen die Schläger und versuchten das gelernte nun zu Pferd anzuwenden. Da meine reiterischen Fähigkeiten (bekanntlich) begrenzt sind, setzte ich mich zuerst einmal mit dem Antreiben meines vierbeinigen Untersatzes auseinander. Gegenüber dem konventionellen Reiten werden beim Polo die Waden praktisch gar nicht eingesetzt. Hingegen werden die Oberschenkel an den Sattel gepresst und das Pferd, bzw. der Zaum wird mittels der linken Hand geführt. Tönt alles sehr kompliziert - ist es auch ! Während Päivi locker, flockig um mich herumritt, beschäftigte ich mich damit mein Pferd in den Galopp voranzutreiben. Immerhin traf ich während meinen "Gehversuchen" mehrmals den Ball und konnte somit erste Erfolge verzeichnen. Dank Unterstützung von Bernardo gelang es mir endlich den Langersehnten Galopp einzuleiten. Ich ritt nun leicht unkontrolliert denn Bällen nach, schlug diese Quer übers Feld und freute mich riesig über diesen Fortschritt ! Einige Zeit später und mindestens einen Liter Körperflüssigkeit leichter, endete unsere erste Berührung mit dem Polosport.

Fazit: Polo bietet wirklich einen grossen Spassfaktor und stellt eine grössere Anforderung an Reiter und Pferd dar ! Sobald ich meinen Galopp manifestiert habe, werde ich sicherlich noch ein paar Mal in Rubigen anzutreffen sein...


+++ weitere Bilder folgen noch +++